Er-baulicher Lernprozess

Umweltbewusstes Bauen kann man prüfen lassen: über den Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe. Die Firma Bayersdorfer beweist das derzeit gerade beim Ausbau der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Ebern.

Der Ausbau der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Ebern (hier das Gießen einer Betonplatte am Mittwoch) erfolgt nach den Vorgaben des Umwelt-Managementsystems mit verschiedenen Kriterien, deren Einhaltung geprüft wird. Foto: Carsten Höllein
Der Ausbau der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Ebern (hier das Gießen einer Betonplatte am Mittwoch) erfolgt nach den Vorgaben des Umwelt-Managementsystems mit verschiedenen Kriterien, deren Einhaltung geprüft wird. Foto: Carsten Höllein

Von Henning Schuster
Ebern/Marbach – Darüber können sich die Eltern freuen: Beim Ausbau der Krippe der Caritas-Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Ebern legen Bauherr wie Baufirma wert auf umweltgerechtes
Vorgehen, Material und auf Arbeitsschutz. Das kommt allen zugute, die sich jetzt und später dort aufhalten, dort arbeiten oder groß werden. Thomas Bayersdorfer, Geschäftsführer der Marbacher Baufirma Bayersdorfer, freut sich, dass sein Unternehmen jetzt das Siegel des „QUB“ (Qualitätsverbund Umweltbewusster Betriebe) erhalten hat. Davon gibt es nämlich nicht allzu viele. Kennengelernt hat Thomas Bayersdorfer den QUB bei einem Seminar und einem sogenannten Schnuppertag. Die Prinzipien überzeugten ihn: Die Mitgliedsbetriebe garantieren nämlich die freiwillige Einführung und Umsetzung eines Umwelt-Managementsystems und die Einhaltung der relevanten Vorschriften. „Ziel ist die Minimierung der Umweltauswirkungen sowie die aktive Einbindung und Schulung der Mitarbeiter“, sagt der Geschäftsführer. Die QUB-Betriebe tun also mehr, als gesetzlich gefordert ist.

Thomas Bayersdorfer
Thomas Bayersdorfer

Thomas Bayersdorfer: „Wir wollen stets besser werden.“ Geprüft wird die Einhaltung der Kriterien von der
Landesgewerbeanstalt in Nürnberg. Dazu gehören unter anderem Schulungen der Mitarbeiter im Betrieb vor Ort. Der Geschäftsführer, der sein Unternehmen mittlerweile in der vierten Generation
leitet, betont: „Dafür muss man alle Vorgaben erfüllen und Arbeitsabläufe ändern. Der Prozess dauert

insgesamt eineinhalb Jahre.“ Die Prüfer sähen „immer wieder mal vorbei und beobachten, was sich geändert hat“. Und was hat sich zum Beispiel geändert? „Wir haben Auffangwannen für Öl beschafft“, sagt Thomas Bayersdorfer. Zudem verfüge seine Firma nun über ein Gefahrstoffverzeichnis für alle Baustoffe. „Das ist wichtig, weil für jedes Spray eine eigene Erste-Hilfe-Anleitung enthalten ist“, zeigt
der Geschäftsführer den Sinn solcher Maßnahmen auf. Zudem werde noch die Entsorgung des Mülls dokumentiert. Der Firmenchef hofft, dass seine Mitarbeiter die Anforderungen auch umsetzen. „Das ist ein längerer Lernprozess“, räumt Bayersdorfer ein. Vor Ort könne man aber sehen, wie wichtig manche Kriterien sind. Im Fall der Kindertagesstätte Arche Noah in Ebern etwa sei der Boden erneuert
und mit Recyclingmaterial aufgefüllt worden. „Dieses Recycling-Material darf nicht gefährlich sein.“
Ist es auch nicht. Dafür garantiert Thomas Bayersdorfer, der mit seiner Firma seit zehn Jahren auch Mitglied im Verbund „IO – Bauen mit Innungs-Qualität“ ist. Er macht das an einem Beispiel deutlich: Bei einer privaten Baumaßnahme hatte der Bauherr seinen Boden ebenfalls mit Recyclingmaterial befüllt. Als Thomas Bayersdorfer dazukam, machte er den Bauherrn darauf aufmerksam, dass sich unter dem Material auch Plastikmüll befinde und der Bau in einem Wasserschutzgebiet liege. „Das ging natürlich gar nicht“, erinnert sich der Firmenchef.


QUB – die einzelnen Kriterien
Das QUB-Logo steht für die freiwillige Einführung und Umsetzung eines Umwelt-Managementsystems und
die Einhaltung aller relevanten Umweltvorschriften. Die einzelnen Kriterien sind konkret:
1. Einhaltung der umweltrechtlichen Vorschriften;
2. Erstellung Umweltbilanz und -kennzahlen;
3. Umsetzung Umweltprogramm/Unternehmensziele;
4. Regelung der Kompetenzen/Ansprechpartner;
5. Unterweisung Umweltschutz;
6. Schulungen Umweltschutz;
7. Information über Umweltverträglichkeit der Produkte;
8. Teilnahme an QUB-Arbeitskreisen;
9. Wartung der Einrichtungen und Fahrzeuge;
10. Veröffentlichung Umwelterklärung;
11.Einarbeitungsplan für neue Mitarbeiter (Umweltrelevanz);
12.Regelmäßige Prüfung: Dokumenteneinsicht/Betriebsbegehung;
13. Kundenzufriedenheit/Beschwerdemanagement.
Die Einhaltung der Kriterien des Qualitätsverbunds umweltbewusster Betriebe wird alle zwei Jahre von einer unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft geprüft.

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